Ergotherapie in der Psychiatrie

Ergotherapie

Wer wird ergotherapeutisch behandelt ?

Ergotherapie in der Psychiatrie bietet Menschen aller Altersstufen ihre eigenen kreativen Potenziale (wieder) zu entdecken und durch Krankheit verloren gegangene Fähigkeiten wiederzuerlangen.
Zu den Krankheitsbildern, mit denen Ergotherapeuten in der Psychiatrie zu tun haben, gehören psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter, Angststörungen, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, Depressionen, Schizophrenien, Essstörungen, affektive Störungen, dementielle Syndrome, Störungen bei Alkohol-, Drogen- und Medikamentensucht.

Welche Ziele verfolgt die Ergotherapie?

Entwicklung, Verbesserung und Erhalt von:

  • Psychischen Grundleistungsfunktionen wie Antrieb, Motivation, Belasbarkeit, Ausdauer, Flexibilität und Selbstständigkeit in der Altagsstrukturierung
  • Körperwahrnehmung und Wahrnehmungsverarbeitung
  • Situationsgerechtem Verhalten, sozio-emotionalen Kompetenzen und Interaktionsfähigkeit
  • Realitätsbezogenheit von Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Kognitiven Funktionen (mittels Computerprogramm Cogpack)
  • Psychischer Stabilität und Selbstvertrauen
  • Eigenständiger Lebensführung und Grundarbeitsfähigkeit

Was beinhaltet die Ergotherapie?

Im Wesentlichen sind dabei drei Therapiemethoden von Bedeutung:

Kompetenzzentrierte Methode

  • Einsatz ausgewählter handwerklicher Techniken
  • Übungen aus dem lebenspraktischen- und Freizeitbereich
  • Erwerb verloren gegangener oder nicht vorhandener Fähigkeiten
  • Training von Fertigkeiten

Ausdruckzentrierte Methode

  • Verwendung von Therapiemitteln in kreativ gestaltender Form als Ausdrucksmittel, Mittel zur Darstellung, Kommunikationsmittel
  • Themen frei und gefühlsbetont ermöglichen Personennähe
  • Therapiemittel: Musik, Materialien
  • Training von Fertigkeiten

Interaktionelle Methode

  • Gruppendynamischer Prozess (Auseinandersetzung in der Gruppe, Miteinander in der Gruppe)
  • Die Teilnehmer können verschiedene Positionen innerhalb der Gruppe einnehmen